Fertigrasen liefert innerhalb kurzer Zeit eine geschlossene grüne Fläche. Der sichtbare Soforteffekt darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der langfristige Erfolg im Boden entsteht. Untergrund, Planie, Bewässerung und die ersten Wochen nach dem Verlegen entscheiden darüber, ob die Rasensoden dauerhaft einwurzeln oder später Lücken, Unebenheiten und Trockenstellen entstehen.
- Fertigrasen ersetzt keine gute Bodenvorbereitung.
- Die Soden sollten nach Lieferung möglichst rasch verlegt werden und nicht lange gestapelt bleiben.
- In der Anwachsphase muss der Boden gleichmässig feucht gehalten werden, ohne dauerhaft zu vernässen.
- Stösse werden dicht an dicht verlegt; Kreuzfugen sollten vermieden werden.
- Die Fläche darf erst intensiver genutzt werden, wenn die Wurzeln ausreichend in den Untergrund eingewachsen sind.
Wann ist Fertigrasen sinnvoll?
Fertigrasen ist attraktiv, wenn eine Fläche schnell nutzbar und optisch geschlossen sein soll. Das kann nach einem Neubau, einer Gartensanierung oder bei stark beschädigten Rasenflächen der Fall sein. Gegenüber einer Ansaat spart man Zeit bis zur geschlossenen Grasnarbe, bezahlt dafür aber mit höheren Material- und Transportkosten.
Für problematische Standorte ist Fertigrasen keine automatische Lösung. Starker Schatten, Staunässe, extremer Trockenstress oder stark verdichteter Boden wirken auch nach dem Verlegen weiter. Die passende Rasensorte beziehungsweise Mischung sollte zum Standort und zur Nutzung passen.
Alten Rasen und Untergrund vorbereiten
Bei einer kompletten Erneuerung wird die alte Grasnarbe entfernt. Wurzelunkräuter sollten möglichst vollständig beseitigt werden. Anschliessend wird der Untergrund gelockert und von groben Steinen oder Bauschutt befreit. Stark verdichtete Böden brauchen mehr als nur eine dünne Schicht neue Erde.
Der Oberboden sollte so vorbereitet sein, dass Wasser versickern kann und die jungen Wurzeln in einen durchwurzelbaren Bereich wachsen. Gleichzeitig braucht die Oberfläche eine feine, ebene Planie, weil sich grössere Unebenheiten später durch die Soden abzeichnen.
Die richtige Höhe planen
Fertigrasen hat eine eigene Sodendicke. Vor dem Verlegen muss deshalb die Endhöhe gegenüber Wegen, Randsteinen, Terrassen und Schächten berücksichtigt werden. Liegt die Planie zu hoch, steht die Rasenfläche später über angrenzenden Belägen; liegt sie zu tief, entstehen Kanten und Mulden.
Eine saubere Höhenplanung erleichtert zudem das Mähen an Randbereichen.
Lieferung und Lagerung
Gerollte Rasensoden sind lebendes Pflanzenmaterial. In gestapeltem Zustand können sie sich erwärmen und austrocknen. Deshalb sollte die Lieferung zeitlich so geplant werden, dass unmittelbar danach verlegt werden kann. Bei heissem Wetter ist der Zeitdruck besonders gross.
Die Fläche sollte vor Ankunft des Materials vollständig vorbereitet sein. Erst nach der Lieferung mit Erdarbeiten zu beginnen, verlängert die Lagerzeit unnötig.
Fertigrasen verlegen
Begonnen wird an einer möglichst geraden Kante. Die Bahnen liegen dicht aneinander, ohne sich zu überlappen. Die Stösse werden versetzt angeordnet, ähnlich wie bei Mauerwerk. Kleine Reststücke sollten nicht an stark beanspruchten Randbereichen verwendet werden, weil sie schneller austrocknen.
Beim Arbeiten auf bereits verlegten Bereichen helfen Bretter, das Gewicht zu verteilen und Druckstellen zu vermeiden. Nach dem Verlegen wird der Rasen je nach Verfahren leicht angewalzt beziehungsweise angedrückt, damit guter Bodenkontakt entsteht.
Bewässerung in der Anwachsphase
Unmittelbar nach dem Verlegen muss gründlich gewässert werden. In den ersten Tagen dürfen die Soden und der obere Boden nicht austrocknen. Gleichzeitig soll keine dauerhafte Staunässe entstehen. Wetter, Bodenart und Sonneneinstrahlung bestimmen, wie oft nachgewässert werden muss.
Ein praktischer Test besteht darin, an mehreren Stellen vorsichtig unter eine Sodenecke zu schauen. Die Kontaktzone sollte feucht sein. Mit zunehmender Bewurzelung kann die Bewässerung schrittweise auf grössere Abstände umgestellt werden.
Erster Schnitt
Sobald der Rasen angewachsen ist und eine ausreichende Höhe erreicht hat, kann erstmals gemäht werden. Dabei sollte nicht zu tief geschnitten werden. Ein scharfes Mähmesser verhindert, dass noch schwach verwurzelte Halme unnötig herausgerissen werden.
Düngung nach dem Verlegen
Ob unmittelbar gedüngt werden muss, hängt vom Boden, der Vorbereitung und dem gelieferten Rasen ab. Eine pauschale starke Düngung ist nicht sinnvoll. Nährstoffe sollten bedarfsgerecht ergänzt werden. Bei wiederkehrenden Problemen kann eine Bodenanalyse helfen, statt nur nach Gefühl zu düngen.
- Rasen richtig pflegen
- Rasendüngung und Rasenbewässerung
- Oberboden – Grundlage für die Planie.
Fertigrasen an Hängen
Bei geneigten Flächen besteht die Gefahr, dass Soden vor dem Einwurzeln verrutschen oder beim Bewässern ausgespült werden. Die Bahnen werden deshalb quer zum stärksten Gefälle angeordnet und bei Bedarf vorübergehend fixiert. Gleichzeitig muss Wasser so verteilt werden, dass es einsickert statt oberflächlich abzulaufen.
Starke Böschungen sind nicht für jede Rasennutzung geeignet. Wird eine Fläche später regelmässig gemäht, sollte bereits bei der Modellierung geprüft werden, ob sie sicher begeh- und befahrbar ist.
Typische Fehler
- Soden werden auf verdichteten oder unebenen Boden gelegt.
- Lieferung erfolgt, bevor die Fläche fertig vorbereitet ist.
- Stösse bleiben offen und trocknen aus.
- In den ersten Tagen wird nur oberflächlich und ungleichmässig gewässert.
- Die Fläche wird zu früh intensiv betreten oder bespielt.