baulinks.ch Rechner öffnen

Solarium

Solarium

Ein Solarium beziehungsweise eine Sonnenbank ist kein gewöhnliches Möbelstück, sondern ein elektrisches Gerät mit starker UV-Strahlung, erheblicher Wärmeabgabe und klaren Anforderungen an Installation, Wartung und Nutzung. Wer für ein privates oder gewerbliches Solarium einen Raum plant, muss deshalb Elektroanschluss, Lüftung, Bewegungsflächen, Reinigung und Herstellerabstände berücksichtigen. Gleichzeitig gehört der gesundheitliche Hinweis an erste Stelle: Das Bundesamt für Gesundheit BAG weist auf erhebliche Risiken durch UV-Strahlung hin und rät von Solariumbesuchen ab. Minderjährigen ist die Nutzung in der Schweiz gesetzlich untersagt.

Das Wichtigste

  • Solarium nur nach technischen Vorgaben des konkreten Geräts aufstellen und anschliessen.
  • Leistungsaufnahme, Stromkreis und Absicherung vor dem Kauf durch eine Elektrofachperson prüfen.
  • Ausreichende Lüftung verhindert unnötigen Wärmestau im Aufstellraum.
  • Wartungs-, Reinigungs- und Sicherheitsabstände dürfen nicht durch Einbauten blockiert werden.
  • Das BAG warnt vor gesundheitlichen Risiken künstlicher UV-Strahlung; für Minderjährige ist die Nutzung verboten.

Raum vor dem Gerät planen

Die Abmessungen einer Sonnenbank allein reichen für die Raumplanung nicht. Deckel oder Haube benötigen Bewegungsraum, seitlich müssen Wartung und Reinigung möglich bleiben und die Nutzer sollen das Gerät sicher betreten und verlassen können.

Hersteller geben Mindestabstände, zulässige Umgebungstemperaturen und Anforderungen an die Belüftung vor. Diese Angaben haben Vorrang vor pauschalen Grundrissregeln.

Elektroanschluss

Solarien können je nach Ausführung eine hohe elektrische Anschlussleistung besitzen. Vor der Installation werden Netzspannung, Leistung, Absicherung und vorhandene Stromkreise geprüft. Eine Steckdose, die räumlich in der Nähe liegt, ist nicht automatisch für das Gerät geeignet.

Neue Leitungen oder feste Anschlüsse gehören in die Hände einer Elektrofachperson. Kabel dürfen nicht unter dem Gerät gequetscht oder als dauerhafte Verlängerung quer durch Verkehrswege geführt werden.

Wärme und Lüftung

Ein grosser Teil der aufgenommenen elektrischen Energie wird letztlich als Wärme an den Raum abgegeben. In kleinen Räumen kann die Temperatur deshalb rasch steigen. Lüftung wird so dimensioniert, dass die vom Hersteller vorgesehenen Betriebsbedingungen eingehalten und warme Luft zuverlässig abgeführt werden kann.

Ein Ventilator im Gerät ersetzt nicht automatisch die Raumlüftung. Bei gewerblichen Anlagen mit mehreren Geräten steigt die Wärmelast entsprechend.

Aufstellfläche und Boden

Der Boden muss eben, ausreichend tragfähig und leicht zu reinigen sein. Weiche Teppiche können die Reinigung erschweren und je nach Gerät Lüftungsöffnungen beeinträchtigen. Bei schweren Geräten auf Holzbalkendecken oder erhöhten Konstruktionen ist die Lastverteilung zu beachten.

Wartungszugang

Lampen, Filter, Lüfter und andere Komponenten müssen entsprechend den Herstellerangaben gewartet werden. Ein Gerät wird deshalb nicht so dicht zwischen feste Möbel oder Wände eingebaut, dass Abdeckungen später nicht mehr geöffnet werden können.

Wartungsintervalle und Ersatzteilbezeichnungen sollten dokumentiert werden. Bei gewerblichen Anlagen gelten zusätzliche Betreiberpflichten.

UV-Strahlung und Gesundheit

Das BAG beschreibt künstliche UV-Strahlung aus Solarien als gesundheitlich riskant. Sie kann unter anderem Haut und Augen schädigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen. Das BAG empfiehlt deshalb, nicht ins Solarium zu gehen.

Diese gesundheitliche Einordnung ist von der baulichen Planung zu trennen: Ein technisch korrekt installierter Raum macht UV-Bestrahlung nicht gesundheitlich unbedenklich.

Schweizer Betreiberanforderungen

Für öffentlich oder gewerblich angebotene Solarien gelten in der Schweiz Vorgaben aus dem Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall und der zugehörigen Verordnung. Betreiber müssen unter anderem Sicherheits- und Informationspflichten erfüllen und Geräte korrekt installieren, verwenden und warten.

Wer ein Solarium gewerblich betreiben möchte, sollte deshalb die aktuelle BAG-Vollzugshilfe und die konkreten Geräteunterlagen bereits vor dem Ausbau des Raums berücksichtigen.

Reinigung und Hygiene

Kontaktflächen werden nach dem vorgesehenen Verfahren gereinigt. Reinigungsmittel müssen mit Acrylglas, Dichtungen und anderen Geräteoberflächen verträglich sein. Aggressive Mittel können transparente Bauteile beschädigen oder Spannungsrisse verursachen.

Beleuchtung und Privatsphäre

Der Raum benötigt ausreichend normales Licht für Reinigung, Bedienung und Kontrolle. Blendfreie Beleuchtung und eine klare Trennung von Umkleide- und Technikbereichen erleichtern die Nutzung. Türen sollten jederzeit ohne komplizierte Verriegelung geöffnet werden können.

Umbau eines bestehenden Raums

Bei einer Nachrüstung werden zuerst vorhandene Stromkreise, Lüftungsmöglichkeiten und Raumtemperaturen geprüft. Ein fensterloser kleiner Nebenraum kann technisch ungeeignet sein, selbst wenn das Gerät geometrisch hineinpasst.

Gerätealter und Umbauten

Bei älteren Solarien sollten Typenschild, technische Dokumentation und Ersatzteilverfügbarkeit geprüft werden, bevor ein Raum speziell dafür umgebaut wird. Veränderungen an Lampen, Steuerung oder elektrischen Komponenten dürfen die für das Gerät vorgesehenen Betriebsbedingungen nicht umgehen. Bei einem Gerätewechsel sind Anschlussleistung, Abmessungen und Lüftungsbedarf erneut zu prüfen.

Weiterführend bei Baulinks

Typische Fehler

  • Gerät wird gekauft, bevor Anschlussleistung und Absicherung geprüft sind.
  • Der kleine Aufstellraum besitzt keine ausreichende Wärmeabfuhr.
  • Wartungsabstände werden durch Schränke oder feste Verkleidungen blockiert.
  • Gesundheitsrisiken werden mit korrekter technischer Installation verwechselt.
  • Bei gewerblicher Nutzung werden aktuelle Schweizer Betreiberpflichten erst nach dem Ausbau geprüft.

Quellen und fachliche Orientierung