Perimeterdämmung
Perimeterdämmung ist die Wärmedämmung erdberührter Bauteile an der Aussenseite von Kellerwänden oder Bodenplatten.
Perimeterdämmung liegt in einem feuchten und mechanisch beanspruchten Bereich und benötigt dafür geeignete Dämmstoffe.
Bedeutung im Bau
Produkte müssen ausreichende Druckfestigkeit und geringe Wasseraufnahme besitzen. Sie reduzieren Wärmebrücken am Keller und schützen je nach Aufbau zusätzlich die Abdichtung mechanisch.
Planung und Ausführung
Platten werden passend zur Abdichtung befestigt und beim Hinterfüllen vor Beschädigung geschützt. Sockelanschluss und Übergang zur Fassadendämmung sind besonders wichtig.
Typische Fehler und Grenzen
Normale Fassadendämmplatten sind nicht automatisch für Erdberührung geeignet. Eine Dämmplatte ersetzt auch keine Bauwerksabdichtung.
Einordnung im Bestand
Bei bestehenden Gebäuden sollte Perimeterdämmung nicht nur anhand der sichtbaren Oberfläche beurteilt werden. Baujahr, angrenzende Schichten, Feuchte, Befestigungen und frühere Umbauten können die tatsächliche Funktion wesentlich verändern. Eine dokumentierte Bestandsaufnahme verhindert, dass neue Massnahmen lediglich Symptome überdecken oder bestehende Schnittstellen verschlechtern.
Qualitätssicherung
Wichtige Anschlüsse und verdeckte Bereiche sollten vor dem Schliessen kontrolliert und fotografisch dokumentiert werden. Bei unklaren Randbedingungen sind eine Musterfläche, Messung oder fachliche Prüfung meist günstiger als eine spätere Korrektur bereits ausgeführter Arbeiten.
Perimeterdämmung und Abdichtung als getrennte Funktionen planen. Vor Hinterfüllung beide Ebenen kontrollieren und fotografieren.
Quellen & Normhinweise
- SIA 180:2014 – Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden ↗
- SIA 271:2021 – Abdichtungen von Hochbauten ↗
Normen und kantonale Vorgaben können sich ändern. Für ein konkretes Bauvorhaben sind die aktuell gültigen Unterlagen und die zuständigen Stellen massgebend.