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Baulexikon

Leimfarbe

Sofort erklärt

Leimfarbe ist eine traditionelle, wasserlösliche Innenfarbe mit tierischem oder pflanzlichem Leim als Bindemittel und kommt vor allem bei historischen Oberflächen vor.

Leimfarben ergeben matte, diffusionsoffene Anstriche, sind aber gegenüber Wasser deutlich empfindlicher als moderne Dispersions- oder Silikatfarben.

Altanstrich erkennen

Leimfarbe kann sich bei Feuchtigkeit wieder anlösen. Wird ohne geeignete Vorbereitung darüber gestrichen, kann der neue Anstrich mitsamt der alten Schicht abblättern.

Untergrundvorbereitung

Lose und stark kreidende Schichten müssen häufig abgewaschen beziehungsweise entfernt werden. Ob eine Fixierung sinnvoll ist, hängt von Untergrund und gewünschtem Folgesystem ab.

Denkmalpflege

Bei historischen Innenräumen kann Leimfarbe aus gestalterischen und materialtechnischen Gründen bewusst erhalten oder erneuert werden.

Planung und Ausführung

Bei Leimfarbe entscheidet die Einbindung in den gesamten Aufbau über die Qualität. Anschlüsse, Untergrund, Feuchte, Temperatur, Befestigung und spätere Wartung sollten vor der Ausführung geklärt werden. Im Bestand lohnt sich eine dokumentierte Aufnahme, bevor Schichten geöffnet, ersetzt oder dauerhaft überdeckt werden.

Kontrolle im Bauablauf

Vor dem Verdecken oder Beschichten kritische Anschlüsse kontrollieren und fotografisch dokumentieren. So lassen sich spätere Schäden besser einordnen und Reparaturen gezielter planen. Bei Unsicherheiten ist eine kleine Musterfläche oder eine fachliche Prüfung meist günstiger als eine nachträgliche Korrektur.

Praxis-Hinweis

Vor dem Überstreichen mit einem feuchten Schwamm testen, ob sich die Altbeschichtung anlöst. Bei wertvollen historischen Oberflächen Material zuerst bestimmen lassen.