Lehmbau
Lehmbau nutzt ungebrannten Lehm als Baustoff für Wände, Putze, Ausfachungen oder Schüttungen und verbindet Feuchtepufferung mit sehr guter Wiederverwendbarkeit.
Lehmbau umfasst Stampflehm, Lehmsteine, Leichtlehm, Lehmbauplatten und Lehmputze. Die Systeme unterscheiden sich in Tragwirkung, Dichte, Trocknungszeit und Feuchteempfindlichkeit.
Feuchte regulieren, aber nicht dauerhaft nass
Lehm kann Wasserdampf aufnehmen und wieder abgeben. Gegen dauerhafte Durchfeuchtung oder direkten Schlagregen benötigt er jedoch konstruktiven Schutz.
Masse und Speicherfähigkeit
Schwere Lehmbauteile besitzen eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und können Temperaturschwankungen im Innenraum dämpfen.
Sanierung historischer Gebäude
Lehm passt häufig gut zu Holzfachwerk und weichen historischen Baustoffen, weil er vergleichsweise verformungsfähig und reparierbar ist.
Planung und Ausführung
Bei Lehmbau entscheidet die Einbindung in den gesamten Aufbau über die Qualität. Anschlüsse, Untergrund, Feuchte, Temperatur, Befestigung und spätere Wartung sollten vor der Ausführung geklärt werden. Im Bestand lohnt sich eine dokumentierte Aufnahme, bevor Schichten geöffnet, ersetzt oder dauerhaft überdeckt werden.
Kontrolle im Bauablauf
Vor dem Verdecken oder Beschichten kritische Anschlüsse kontrollieren und fotografisch dokumentieren. So lassen sich spätere Schäden besser einordnen und Reparaturen gezielter planen. Bei Unsicherheiten ist eine kleine Musterfläche oder eine fachliche Prüfung meist günstiger als eine nachträgliche Korrektur.
Lehm vor Bodenwasser und dauerhaftem Schlagregen schützen. Bei dicken Schichten ausreichende Trocknungszeit in den Bauablauf einplanen.