Kalkfarbe / Kalkmilch
Kalkfarbe ist ein mineralischer Anstrich auf Basis von gelöschtem Kalk. Kalkmilch bezeichnet eine stark mit Wasser verdünnte Kalksuspension.
Kalkfarben karbonatisieren nach dem Auftrag: Der Kalk reagiert mit Kohlendioxid aus der Luft und bildet wieder Calciumcarbonat. Dadurch entsteht eine mineralisch gebundene, matte Oberfläche.
Geeignete Untergründe
Mineralische, saugfähige Putze sind besonders geeignet. Dichte Kunstharzanstriche oder ungeeignete Altbeschichtungen können Haftung und gleichmässige Karbonatisierung verhindern.
Mehrere dünne Aufträge
Traditionelle Kalksysteme werden häufig in mehreren dünnen Lagen verarbeitet. Untergrundfeuchte und Verarbeitungsklima beeinflussen Fleckenbildung und Kreidung.
Arbeitsschutz
Frischer Kalk ist stark alkalisch. Haut und Augen müssen beim Anmischen und Verarbeiten geschützt werden.
Planung und Bestand
Bei Kalkfarbe / Kalkmilch sollte nicht nur das einzelne Produkt oder Bauteil betrachtet werden. Untergrund, angrenzende Materialien, Nutzung, Feuchte, Temperatur und spätere Wartung beeinflussen die Dauerhaftigkeit. Bei Sanierungen ist eine dokumentierte Bestandsaufnahme deshalb besonders wertvoll, bevor neue Schichten oder Installationen festgelegt werden.
Qualitätssicherung
Viele Ausführungsfehler lassen sich vermeiden, wenn Anschlüsse und Schnittstellen vor dem Verdecken kontrolliert werden. Fotos, Messwerte und Produktangaben erleichtern später die Fehlersuche und helfen bei Umbauten, Reparaturen oder einem Materialersatz.
Auf unbekannten Altanstrichen Haftung und Saugfähigkeit prüfen. Nicht versuchen, ungleichmässige Flächen mit einer einzigen dicken Kalkschicht zu decken.