Grundierung
Eine Grundierung bereitet einen Untergrund für nachfolgende Beschichtungen, Putze, Kleber oder Spachtelmassen vor und steuert Haftung sowie Saugverhalten.
Grundierung ist keine universelle Flüssigkeit, sondern wird gezielt für Untergrund und Folgeschicht ausgewählt. Sie kann saugende Flächen egalisieren, Staub binden oder die Haftung auf dichten Oberflächen verbessern.
Eigenschaften und Einsatz
Tiefgrund, Haftgrund, Sperrgrund und Reaktionsharzgrundierungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Produktfamilien sollten nicht ohne technische Freigabe miteinander kombiniert werden.
Verarbeitung und Systemwahl
Vor dem Auftrag muss der Untergrund tragfähig, ausreichend trocken und frei von trennenden Schichten sein. Eine Grundierung kann lose Altbeschichtungen nicht dauerhaft stabilisieren.
Worauf bei der Auswahl achten
Zu viel Grundierung kann eine glänzende, schlecht haftende Oberfläche bilden. Bei feuchten oder schadstoffbelasteten Untergründen kaschiert sie unter Umständen nur das eigentliche Problem.
Saugfähigkeit und Altbeschichtung zuerst prüfen und eine zum Folgesystem passende Grundierung wählen. Verbrauch und Trocknungszeit einhalten.
Einordnung im Bauablauf
Bei Grundierung entscheidet nicht nur das einzelne Produkt oder Bauteil, sondern vor allem der Anschluss an angrenzende Schichten und die spätere Nutzung. Planung, Ausführung und Wartung sollten deshalb als zusammenhängendes System betrachtet werden. Bei Umbauten ist zusätzlich zu prüfen, welche vorhandenen Materialien weiter genutzt werden können und wo neue Schnittstellen entstehen.