Formaldehyd
Formaldehyd ist ein flüchtiger Stoff, der unter anderem aus Holzwerkstoffen, Klebstoffen oder anderen Produkten in die Innenraumluft gelangen kann.
Formaldehyd ist ein farbloses, stechend riechendes Gas und ein relevanter Innenraumschadstoff. Emissionen können aus bestimmten Baustoffen, Möbeln, Verbrennungsprozessen und weiteren Quellen stammen.
Wo der Stoff im Bau vorkommt
Bei Holzwerkstoffen werden heute emissionsarme Produkte und geeignete Bindemittelsysteme eingesetzt. Trotzdem kann in ungünstigen Fällen eine erhöhte Raumluftkonzentration entstehen, besonders bei grosser Materialfläche und geringem Luftwechsel.
Bewertung und Umgang
Das BAG empfiehlt für bewohnte Wohn- und Aufenthaltsräume, 0,1 ppm beziehungsweise 125 µg/m³ nicht zu überschreiten. Gute Raumluftqualität bedeutet vorsorglich, die Belastung möglichst tief zu halten.
Sanierung statt Schnelllösung
Ein Geruchseindruck reicht für eine Bewertung nicht aus. Bei konkretem Verdacht sind Quelle, Lüftungssituation und fachgerecht geplante Messung gemeinsam zu betrachten.
Bei Neubau und Renovation emissionsarme Materialien wählen und ausreichenden Luftwechsel sicherstellen. Bei Beschwerden nicht wahllos messen, sondern zuerst mögliche Quellen systematisch eingrenzen.
Einordnung im Bauablauf
Bei Formaldehyd entscheidet nicht nur das einzelne Produkt oder Bauteil, sondern vor allem der Anschluss an angrenzende Schichten und die spätere Nutzung. Planung, Ausführung und Wartung sollten deshalb als zusammenhängendes System betrachtet werden. Bei Umbauten ist zusätzlich zu prüfen, welche vorhandenen Materialien weiter genutzt werden können und wo neue Schnittstellen entstehen.
Quellen & Normhinweise
Normen und kantonale Vorgaben können sich ändern. Für ein konkretes Bauvorhaben sind die aktuell gültigen Unterlagen und die zuständigen Stellen massgebend.