Dachaufbau
Der Dachaufbau beschreibt die funktionalen Schichten eines Dachs – vom Tragwerk über Luftdichtheit und Dämmung bis zu Unterdach, Abdichtung oder Dachdeckung.
Ein guter Dachaufbau führt Wasser nach aussen, begrenzt Wärmeverluste und verhindert, dass feuchte Raumluft unkontrolliert in kalte Schichten gelangt. Aufbau und Reihenfolge unterscheiden sich bei Steil- und Flachdächern deutlich.
Warmseite und Kaltseite
Auf der Raumseite liegt häufig die luftdichte Ebene mit dampfbremsender Wirkung. Nach aussen folgen Dämmung, winddichte beziehungsweise wasserführende Schichten und die eigentliche Witterungsebene.
Hinterlüftet oder kompakt
Manche Steildächer besitzen belüftete Ebenen, andere werden voll gedämmt ausgeführt. Flachdächer können als Warmdach, Umkehrdach oder Sonderkonstruktion geplant werden.
Details bestimmen die Qualität
Traufe, First, Fenster, Kamine, Attiken und Wandanschlüsse unterbrechen die idealen Flächen. Dort müssen alle Funktionsschichten lückenlos weitergeführt werden.
Baufeuchte berücksichtigen
Holz, Beton oder Unterlagsmaterialien können beim Schliessen noch Feuchte enthalten. Wird ein Dach zwischen zwei sehr dichte Schichten eingeschlossen, kann diese Feuchte nur langsam entweichen. Bauablauf und Trocknungszustand gehören daher zur bauphysikalischen Planung.
Vor einer energetischen Dachsanierung einen Schnitt durch den kompletten Bestand erstellen. Ohne Kenntnis vorhandener Folien, Belüftung und Feuchte kann eine zusätzliche Dämmung Risiken schaffen.
Quellen & Normhinweise
- SIA 180:2014 – Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden ↗
- SIA 232/1:2011 – Geneigte Dächer ↗
- SIA 271:2021 – Abdichtungen von Hochbauten ↗
Normen und kantonale Vorgaben können sich ändern. Für ein konkretes Bauvorhaben sind die aktuell gültigen Unterlagen und die zuständigen Stellen massgebend.