Chlorkohlenwasserstoffe
Chlorkohlenwasserstoffe (CKW) sind organische Verbindungen mit Chlor. Im Bau- und Altlastenkontext sind vor allem frühere Lösemittelanwendungen und belastete Standorte relevant.
Chlorkohlenwasserstoffe umfassen verschiedene Stoffgruppen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. In der Altlastenbearbeitung spielen leichtflüchtige chlorierte Lösemittel eine besondere Rolle, weil sie Boden und Grundwasser belasten können.
Typische historische Anwendungen
Bestimmte CKW wurden als Entfettungs- und Reinigungsmittel in Industrie und Gewerbe eingesetzt. Belastungen liegen daher häufig eher im Untergrund ehemaliger Betriebsstandorte als in einem typischen Wohnbauteil.
Nicht mit allen halogenierten Stoffen gleichsetzen
FCKW, PCB und chlorierte Lösemittel sind chemisch verwandt im weiten Sinn der Halogenierung, aber hinsichtlich Anwendung, Risiko und Regulierung unterschiedliche Stoffgruppen.
Bauen auf belasteten Standorten
Bei bekannten oder vermuteten Belastungen sind hydrogeologische Untersuchung, Arbeitsschutz und Entsorgungsplanung fachlich zu koordinieren.
Innenraum und Altlasten unterscheiden
Leichtflüchtige CKW können aus belastetem Untergrund als Bodenluft in Gebäude eindringen. Dann ist die Fragestellung eine andere als bei einem schadstoffhaltigen Baustoff: Es geht um Quelle, Transportweg durch Boden und Bodenplatte sowie die Belastung der Innenraumluft.
Sanierungen solcher Standorte erfordern deshalb häufig Umwelt- und Hydrogeologiekompetenz, nicht nur klassischen Gebäuderückbau.
Bei ehemaligen Gewerbe- oder Industriestandorten früh den Kataster belasteter Standorte prüfen. CKW können sich im Grundwasser weit vom ursprünglichen Eintragsort ausbreiten.
Quellen & Normhinweise
- BAFU – Umgang mit CKW-Belastungen ↗
- BAFU – Flüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe im Grundwasser ↗
Normen und kantonale Vorgaben können sich ändern. Für ein konkretes Bauvorhaben sind die aktuell gültigen Unterlagen und die zuständigen Stellen massgebend.