Bitumen
Bitumen ist ein schwerflüchtiges, wasserabweisendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen, das vor allem aus Erdöl gewonnen und im Bau für Asphalt und Abdichtungsprodukte verwendet wird.
Bitumen ist nicht dasselbe wie Teer. Bitumen stammt heute überwiegend aus Erdölraffination; Teer entsteht unter anderem bei der Kohleverarbeitung und kann deutlich höhere PAK-Belastungen aufweisen.
Einsatz im Bau
Bitumen steckt in Asphalt, Dach- und Abdichtungsbahnen, Dickbeschichtungen sowie Fugen- und Schutzsystemen. Je nach Produkt wird es warm verarbeitet, emulgiert oder polymermodifiziert eingesetzt.
Temperaturverhalten
Bitumen wird bei Wärme weicher und bei Kälte steifer. Polymermodifikationen und Trägereinlagen verbessern Eigenschaften für bestimmte Anwendungen, ersetzen aber nicht die korrekte Detailplanung.
Altbau: Teer nicht mit Bitumen verwechseln
Bei alten schwarzen Klebern, Beschichtungen oder Dachprodukten kann eine Schadstoffabklärung erforderlich sein. Optisch lässt sich teerhaltiges Material nicht zuverlässig von bituminösem Material unterscheiden.
Abdichtungsprodukt richtig einordnen
Bituminöse Bahnen unterscheiden sich durch Trägereinlage, Dicke, Oberflächenbeschichtung und Polymermodifikation. Schweissbahnen, Selbstklebebahnen oder Flüssigabdichtungen sind daher nicht beliebig austauschbar. Die Lage im Dach- oder Kelleraufbau bestimmt die Produktanforderung.
Anschlüsse an Durchdringungen und aufgehende Bauteile sind oft kritischer als die grosse Fläche. Dort entscheidet handwerkliche Detailqualität über die Dichtheit.
Bei Rückbau alter schwarzer Abdichtungen oder Kleber nicht allein nach Geruch oder Farbe entscheiden. Bei Verdacht Material fachgerecht untersuchen lassen.
Quellen & Normhinweise
Normen und kantonale Vorgaben können sich ändern. Für ein konkretes Bauvorhaben sind die aktuell gültigen Unterlagen und die zuständigen Stellen massgebend.