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Baulexikon

Aussenwand

Sofort erklärt

Die Aussenwand ist Teil der Gebäudehülle. Sie trägt je nach Bauart Lasten und muss Wärme-, Feuchte-, Schall-, Brand- und Witterungsschutz sowie Gestaltung zusammenführen.

Eine Aussenwand trennt das beheizte oder genutzte Gebäudeinnere vom Aussenklima. Sie kann tragend oder nichttragend sein und aus einer oder mehreren funktionalen Schichten bestehen.

Typische Wandkonzepte

Massive Aussenwände bestehen beispielsweise aus Mauerwerk oder Beton mit zusätzlicher Dämmung und Putz beziehungsweise Bekleidung. Leichte Konstruktionen können als Holzrahmen- oder Elementbau aufgebaut sein. Bei hinterlüfteten Fassaden liegt vor Dämmung und Tragwand eine belüftete Ebene mit Bekleidung.

Keine Bauart ist pauschal «die beste». Anforderungen, Materialökologie, Bauzeit, Gestaltung, Feuchteverhalten, Brandschutz und Kosten führen zu unterschiedlichen Lösungen.

Wärme und Wärmebrücken

Nicht nur der U-Wert der ungestörten Wand zählt. Deckenränder, Fensteranschlüsse, Balkone, Sockel, Befestigungen und Gebäudeecken können zusätzliche Wärmeverluste verursachen und Innenoberflächen abkühlen.

Eine gute Planung betrachtet deshalb die gesamte Hülle und nicht nur Dämmstoffdicken.

Feuchte- und Witterungsschutz

Von aussen wirken Regen, Wind und Temperaturwechsel; von innen entsteht Feuchte durch Nutzung. Der Wandaufbau muss Feuchteeintrag begrenzen und zugleich eine schadensfreie Austrocknung ermöglichen.

Der oft verwendete Satz, eine Wand müsse einfach «atmen», ist bauphysikalisch unpräzise. Luftdichtheit, Wasserdampfdiffusion, kapillarer Feuchtetransport und Lüftung sind unterschiedliche Vorgänge.

Schweizer Planung

SIA 180 ist ein wichtiger Schweizer Bezug für Wärme- und Feuchteschutz. Je nach Gebäude kommen weitere Anforderungen etwa aus Brand-, Schall- und Energievorschriften hinzu.

Bei Sanierungen prüfen

  • Zustand von Putz, Fugen und Bekleidungen
  • Wärmebrücken und Fensteranschlüsse
  • Feuchtequellen und Sockelbereich
  • mögliche Schadstoffe im Bestand
  • Kompatibilität neuer Dämm- und Fassadensysteme

Luftdicht ist nicht dampfdicht

Eine energieeffiziente Gebäudehülle sollte luftdicht ausgeführt werden, damit warme Innenluft nicht unkontrolliert durch Fugen strömt. Das ist etwas anderes als Wasserdampfdiffusion durch Baustoffe.

Undichte Fugen können erheblich mehr Feuchtigkeit in Konstruktionen transportieren als reine Diffusion. Deshalb sind luftdichte Anschlüsse an Fenster, Dach und Decken für den Feuchteschutz besonders wichtig.

Praxis-Hinweis

Bei Fassadensanierungen Fenster, Dachrand und Sockel möglichst gemeinsam betrachten. Viele spätere Probleme entstehen an genau diesen Übergängen.

Fachliche Einordnung

Quellen & Normhinweise

Normen und kantonale Vorgaben können sich ändern. Für ein konkretes Bauvorhaben sind die aktuell gültigen Unterlagen und die zuständigen Stellen massgebend.