Aufputzinstallation
Bei einer Aufputzinstallation verlaufen Leitungen, Rohre, Dosen oder Kanäle sichtbar auf der Oberfläche statt innerhalb von Wand oder Decke.
Eine Aufputzinstallation – umgangssprachlich «auf Putz» – führt technische Installationen sichtbar vor Wand, Decke oder anderen Bauteiloberflächen.
Wann Aufputz sinnvoll ist
Aufputzlösungen sind besonders bei Sanierungen interessant, wenn Wände nicht geöffnet werden sollen oder dürfen. Sie kommen auch in Kellern, Garagen, Werkstätten, Technikräumen und Industriegebäuden häufig zum Einsatz.
Elektroleitungen können in Installationsrohren oder Kabelkanälen geführt werden; Sanitär- und Heizungsleitungen bleiben je nach Konzept sichtbar oder werden in Vorwand- und Sockelsysteme integriert.
Vorteile
Leitungen bleiben gut zugänglich, Änderungen sind leichter möglich und der Eingriff in bestehende Bausubstanz ist geringer. Das kann insbesondere bei massiven Wänden, denkmalgeschützten Oberflächen oder kurzen Umbauzeiten vorteilhaft sein.
Nachteile und Gestaltung
Sichtbare Leitungsführung beeinflusst die Raumgestaltung und ist stärker mechanischen Einwirkungen ausgesetzt. Eine saubere Planung von Linienführung, Befestigung, Abständen und Übergängen entscheidet darüber, ob eine Aufputzinstallation provisorisch oder bewusst gestaltet wirkt.
Brandschutz und Schutzbereiche
Leitungen dürfen nicht beliebig durch Fluchtwege, Brandabschnitte oder feuchte beziehungsweise mechanisch stark beanspruchte Bereiche geführt werden. Je nach Nutzung sind Material, Befestigung und Abschottung anzupassen.
In Wohnräumen kann eine bewusst sichtbare Installation gestalterisch eingesetzt werden, beispielsweise mit Metallrohren oder klar geführten Kanälen. Dafür müssen Richtungswechsel, Dosen und Geräte von Anfang an als Teil der Architektur gedacht werden.
Auch sichtbare Elektro- und Sanitärinstallationen müssen fachgerecht geplant und nach den einschlägigen Regeln ausgeführt werden.