Armierungsputz
Armierungsputz ist eine mit Gewebe verstärkte Putz- oder Einbettungsschicht, die Spannungen verteilt und Rissrisiken reduziert.
Armierungsputz ist keine eigene Putzart im Sinne eines sichtbaren Oberputzes, sondern meist eine verstärkende Zwischenschicht. Sie besteht aus einer geeigneten Armierungsmasse und einem darin eingebetteten Gewebe.
Funktion der Armierungsschicht
Die Schicht verteilt Spannungen aus Untergrund, Dämmplatten, Temperaturwechseln oder Materialübergängen. Dadurch werden lokale Spannungsspitzen reduziert und das Risiko sichtbarer Risse im Oberputz verringert.
Besonders wichtig ist sie bei Wärmedämm-Verbundsystemen, auf kritischen Untergründen und an Übergängen zwischen unterschiedlichen Baustoffen.
Gewebe richtig einbetten
Das Gewebe wird nicht einfach auf die Oberfläche gelegt, sondern vollständig in die vorgesehene Schicht eingebettet. Überlappungen, Eckverstärkungen, Diagonalarmierungen an Öffnungen und die richtige Lage innerhalb der Schicht sind systemabhängig.
Ein Armierungsputz kann konstruktive Bewegungen nicht unbegrenzt aufnehmen. Grössere Fugen oder Bewegungszonen müssen separat geplant werden.
Typische Fehler in der Ausführung
Zu geringe Schichtdicke, schlecht überlappte Gewebebahnen, fehlende Diagonalarmierung an Öffnungsecken oder ein zu oberflächennah liegendes Gewebe können die Schutzwirkung vermindern. Auch ein nicht ausreichend abgebundener oder verschmutzter Untergrund kann Haftungsprobleme verursachen.
Bei Wärmedämm-Verbundsystemen sind besonders Sockel, Gebäudeecken, Fensteranschlüsse und mechanisch beanspruchte Bereiche sensibel. Dort können zusätzliche Verstärkungen erforderlich sein.
Bei Fassadensystemen immer die Komponenten eines geprüften beziehungsweise aufeinander abgestimmten Systems verwenden.