Acrylglas
Acrylglas (PMMA) ist ein transparenter thermoplastischer Kunststoff mit hoher Lichtdurchlässigkeit und guter Witterungsbeständigkeit, aber geringerer Kratzfestigkeit als mineralisches Glas.
Acrylglas ist die gebräuchliche Bezeichnung für Polymethylmethacrylat (PMMA). Markenbezeichnungen wie Plexiglas werden oft umgangssprachlich als Synonym verwendet.
Eigenschaften
Acrylglas ist deutlich leichter als mineralisches Glas, lässt sich sägen, bohren, fräsen und bei Wärme formen. Es bietet eine hohe Lichttransmission und ist in vielen transparenten, opalen oder eingefärbten Varianten erhältlich.
Die Oberfläche ist jedoch kratzempfindlicher als Glas. Auch die thermische Längenausdehnung ist wesentlich grösser, weshalb Befestigungen und Bohrungen genügend Bewegungsspielraum benötigen.
Einsatz am Gebäude
Typische Anwendungen sind Lichtbänder, Vordächer, Stegplatten, Trennwände, Verglasungen im Innenbereich und bestimmte Fassaden- oder Balkonlösungen. Ob ein Produkt als Absturzsicherung, Überkopfverglasung oder Brandschutzbauteil geeignet ist, hängt von der konkreten Zulassung und Systemausführung ab.
Die UV-Durchlässigkeit ist produktspezifisch. Es ist deshalb nicht richtig, Acrylglas generell als UV-durchlässig oder UV-blockierend zu beschreiben.
Pflege und Bearbeitung
Zur Reinigung eignen sich weiche Tücher und materialverträgliche Reinigungsmittel. Aggressive Lösungsmittel oder scheuernde Mittel können Spannungsrisse, Mattierung oder Kratzer verursachen.
Acrylglas oder Polycarbonat?
Beide Kunststoffe werden für transparente Bauteile eingesetzt, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. Acrylglas bietet sehr gute optische Eigenschaften und Witterungsbeständigkeit; Polycarbonat ist in vielen Anwendungen schlagzäher. Welche Lösung besser passt, hängt von Geometrie, Sicherheitsanforderungen, Temperatur und Befestigung ab.
Bei Stegplatten beeinflussen zusätzlich Kammergeometrie, Plattendicke und offene beziehungsweise geschlossene Stirnseiten die Gebrauchstauglichkeit.
Bei sicherheitsrelevanten Verglasungen nicht nur nach dem Materialnamen entscheiden, sondern nach geprüftem Bauteilsystem und vorgesehener Anwendung.