Keller

Keller

Nur etwa ein Viertel der Ein- und Zweifamilienhäuser werden ohne Keller gebaut. Die Wohnfläche lässt sich mit geringen Zusatzkosten erhöhen und kann wertvoll genutzt werden. Der Entscheid gegen einen Keller sollte genau und eingehend durchdacht und überlegt werden. Eine Fehlentscheidung lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Ein Untergeschoss lässt sich in vielerlei Hinsicht nutzen: Sauna, Fitnessgeräte, Solarium, Partyraum etc. Zudem bietet ein Keller viel Stauraum für alle Gegenstände, die vor Frost und Witterung geschützt sein müssen, bspw. Sportgeräte oder Lebensmittel. Für viele Berufstätige, die regelmässig daheim arbeiten, stellt ein Untergeschoss eine ideales Lösung dar, um ein Arbeitszimmer einzurichten. Nebst einer ungestörten Umgebung ist es im Sommer kühl und der Raum findet sich doch nicht weit entfernt von der Familie. Weiter lässt sich ein Gästezimmer einrichten – einerseits um Gäste unterzubringen, andererseits um in Ruhe fernzusehen oder ein Buch zu lesen.

Die Räume im Untergeschoss sollten genau so gründlich geplant werden wie die anderen in den übrigen Stockwerken. Durch das genaue Einplanen von Sanitäreinrichten, Beheizung, Elektroinstallationen, Radio-, TV- und Internetanschlüsse lassen sich spätere Umtriebe vermeiden.

Das Unterbringen unterschiedlicher Haustechniken lässt sich nicht vermeiden. Hausanschlüsse, Lüftungsanlagen, Speicher für Regenwasser, Öltänke, Wärmepumpen, zentrale Staubsaugeranlagen etc. können dank eines Kellers getrennt vom Wohnbereich aufbewahrt werden.

Beim Bau eines Reihen- oder Doppelhauses sind Keller beinahe unerlässlich. Der Schallschutz wäre beim Verzicht eines Untergeschosses im Erdgeschoss etwa 4 bis 5 dB schlechter als mit einem Untergeschoss. Dies entspräche mehr als die Halbierung des Schallschutzes.

Eine hochwertige Nutzung des Kellers ist mit gegenwärtigen Baustoffen fast uneingeschränkt möglich. Zwei Dingen sollte jedoch besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden: einerseits der Abdichtung gegen Nässe von aussen bzw. der Kellerisolierung, andererseits dem Wärme- und Tauwasserschutz.

Problem Grundwasser

Die Abdichtungssystem müssen gemäß der angetroffenen Feuchte ausgesucht werden. Der Experte sondert nach: Bodenfeuchtigkeit, nichtstauendes Sickerwasser, zeitweise aufstauendes Sicherwasser und Druckwasser (Grundwasser). Bei gemauerten Untergeschossen garantieren kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen (KMB) oder kaltselbstklebende Bitumenbahnen (KSK) die verlässlichste Abdichtung. Die Bitumendickbeschichtungen werden je nach Feuchte lückenlos auf die Kellerwände aufgetragen – 3 mm bei Bodenfeuchtigkeit und nichtstauendem Sickerwasser, 4 mm bei zeitweise aufstauendem Sickerwasser. Der Vorteil von kaltselbstklebenden Bitumenbahnen findet sich in der unmittelbaren Belastbarkeit nach dem Aufkleben. Sie werden bei Bodenfeuchtigkeit und nichtstauendem Sickerwasser auf den Untergrund festgeklebt. Wichtig ist, Abdichtungen mit Schutzplatten (Noppenbahnen, Perimeterdämmung oder Sickerplatten) gegen mechanische Beschädigungen zu schützen. Ab und zu finden sich noch Keller mit sogenanntem „Schwarzanstrich“. Dieser ist über längere Zeit keine taugliche Abdichtung.

Bei hoher Feuchtigkeit zeigt der wasserundurchlässige (WU-)Beton seine Stärke. Er wird durch entsprechende Betonrezepturen wasserundurchlässig gemacht.

Unabhängig vom Abdichtungssystem müssen wichtige Detailpunkte funktionsfähig abgedichtet werden, bspw. der Übergang zwischen Kellersohle und Kellerwand oder die Einführung von Leitungen und Rohre für Elektrik, Radio, TV, Wasser, Abwasser, Gas etc.

Bei starkem Regen kann der Fall eintreten, dass die Kanalisation die Wassermassen nicht aufnehmen und schnell genug ableiten kann. Dies führt möglicherweise zu einem Anstieg des Wasserspiegels in den Kanälen, Einstiegsschächten und Hausanschlusskanälen bis zur Höhe der Strasse, wobei das Abwasser über Bodenabläufe oder Fenster in die Keller eindringt. Dieses Horrorszenario kann durch Rückstausicherungen und wasserdichte Lichtschächte abgewendet werden.

Schutz gegen „schwitzende“ Keller

Keller können übel riechen. Die Gründe finden sich einerseits in einer fehlerhaften Aussenabdichtung, andererseits an mangelnder Wärmedämmung oder falschem Lüften. Eine regelmässige Lüftung ist auch im Keller unabdingbar, ansonsten die Gefahr von Schimmelpilz besteht, welcher sich an feuchten Oberflächen festsetzt. Sofern keine Heizung in Betrieb ist, sollte nur gelüftet werden, wenn die Aussenluft kälter ist als die Kellerluft, das heisst in den heissen Sommermonaten nur nachts oder am frühen Morgen.

Wird auf eine hochwertige Kellernutzung und damit auf eine Beheizung des Kellers verzichtet, so schützt das richtige Lüften durch einen Mindestwärmeschutz gegen Tauwasser. Diesen Mindestwärmeschutz bieten Keller aus wärmedämmenden Steinen ohnehin, bei anderen Bauweisen wird ein Dämmstoff als Perimeterdämmung benötigt.

Beheizte Keller

Beheizte Keller verlangen nach weniger Wärmeenergie als die Erdgeschosse aufgrund der zusätzlichen Dämmwirkung des Erdreiches. Der Wirkungsgrad der Heizungsanlage lässt sich durch die beheizte Kellerfläche verbessern. Kalkstein- und Betonwände brauchen als Wärmedämmung eine Perimeterdämmung, die zwischen 8 cm und 10 cm dick sein sollte. Dies muss auch bei der Kellersohle berücksichtigt werden. Finden sich bei Kellerwänden aus wärmedämmenden Leichtbetonsteinen oder Wärmedämmziegeln wohnraumähnliche Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten, so kommen sie ohne zusätzliche Dämmung aus. Wichtig ist, dass die Wärmedämmung nicht nur in den anderen Geschossen sondern auch im Keller bis ins Detail verrichtet werden. Wärmebrücken, wie bspw. ungedämmte Fensterlaibungen, gilt es zu vermeiden.

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