Fassade

Fassade

An Aussenflächen von Gebäuden haben Putze und Anstriche neben ihrer gestalterischen Funktion die Aufgabe, das Mauerwerk vor Wind und Wetter zu schützen. Stete Durchfeuchtung von Mauerwerk würde nicht nur zu Bauschäden und auf Dauer zu unhygienischen Wohnverhältnissen führen – auch die wärmedämmenden Eigenschaften der Wände würden sich verringern: Schon 1 Vol.% mehr Feuchtigkeit in der Mauer verschlechtert ihren K- Wert um ca. 12%.

An den Gebäudeaussenseiten sollen Putze und Anstriche bzw. Verkleidungen verhindern, dass Regen und Spritzwasser eindringen. Aber auch in den Mauern selbst ist mit Feuchtigkeit zu rechnen – vorwiegend in Form von kondensierendem Wasserdampf.

Aussenwände sind gerade in der kalten Jahreszeit von der Aussen- zur Innenseite hin grossen Temperatur- und Dampfdruckunterschieden ausgesetzt. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei dem Dampfdruckstrom gelten. Er richtet sich danach, wieviel Wasserdampf die Luft jeweils aufnehmen kann: bei einer Temperatur von 25°C sind es beispielsweise bis zu 23 g/qm, bei 10 °C nur noch weniger als die Hälfte (bis ca. 9 g/qm). Das heisst, dass gerade in der kalten Jahreszeit die Raumluft gewöhnlich eine höhere Luftfeuchte hat als die Aussenluft und gemäss dem Dampfdruckgefälle bestrebt ist, nach der kalten Seite zu wandern. Dieser Ausgleich vollzieht sich über die Aussenmauern.

Im Winter sind die Aussenwände kalt. Auf ihrer Wanderung durch die Wand wird die Warmluft also stark abgekühlt. Jene überschüssige Luftfeuchtigkeit, die von der abgekühlten Luft dann nicht mehr gehalten werden kann, fällt als Kondenswasser aus und durchfeuchtet die Aussenmauern. Dies kann bis zu einem gewissen Mass toleriert werden, solange gewährleistet ist, dass die im Mauerwerk anfallende Feuchtigkeit in der warmen Jahreszeit wieder austrocknet.

Aus der Beobachtung des Dampfstromes ergeben sich Konsequenzen für den Schichtenaufbau von Aussenmauern:

1. Der Wärmedurchlasswiderstand sollte von innen nach aussen zunehmen, damit die Mauern warm bleiben und die Kondenswasserbildung reduziert wird.

2. Der Dampfdiffusionswiderstand muss von innen nach aussen abnehmen, das heisst, auf der Innenseite der Wand wären relativ dampfdichte bzw. weniger atmungsfähige Schichten einzubauen. Zur Aussenseite hin nimmt die Durchlässigkeit dann von Schicht zu Schicht zu.

3. Putze und Anstriche bzw. Verkleidungen auf der Aussenseite sollten demnach also möglichst dampfdurchlässig bzw. offenporig sein. Andrerseits ist als Schutz vor der Witterung Wasserdichtigkeit gefordert. Es gibt Materialien, die diese an sich widersprüchlichen Bedingungen erfüllen.

Putz für Aussenwände

Putz und Anstrich bilden zusammen eine mehrschichtige Haut auf der Fassade. Gerade weil diese Schichten unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben, müssen sie besonders sorgfältig aufeinander abgestimmt sein:

1. Gemäss des oben beschriebenen Diffusionsvorganges dürfen keine filmbilden den bzw. dampfdichten Anstriche oder Putze auf der Aussenseite angebracht werden. Die sich dahinter anstauende Feuchtigkeit würde allmählich den Mörtel zersetzen sowie Putz und Anstrich zum Abplatzen zwingen.

2. Anstrich und vor allem Putz müssen elastisch sein, um Temperaturschwankungen ausgleichen zu können. Risse in der Aussenhaut wären sonst die Folge.

3. Putz als strukturbildende Schicht und Anstrich als Farbgebung haben zusammen gestalterische Aufgaben zu erfüllen.

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