Holzrahmenbau

Holzrahmenbau

Die Holzrahmenbauweise hat sich in Skandinavien, Nordamerika und Mitteleuropa seit Jahrzehnten bewährt. Die Rahmen bilden das Traggerüst und werden von der Beplankung ausgesteift.

Holzrahmen und Holztafelbauten bestehen aus einem Traggerippe von Hölzern mit möglichst gleichen Querschnitten, die durch Holzwerkstoffplatten oder andere, hierfür bauaufsichtlich zugelassene Plattenwerkstoffe flächig beplankt sind.

Diese Decken-, Dach- und Wandtafeln sind in allen Richtungen belastbar und wirken gleichzeitig aussteifend.
Die Hohlräume in den Wandelementen zwischen den Hölzern werden durch Dämmstoffe verfüllt, so dass tragende Konstruktion und Dämmung in einer Ebene liegen. Dadurch entsteht ein multifunktionales Bauteil, das sowohl statische als auch bauphysikalische Funktionen übernimmt.

Der Holztafelbau wurde – unabhängig von der nordamerikanischen Rahmenbauweise – in Europa mit dem Ziel entwickelt, auf industrieller Basis möglichst viele Einzelteile im witterungsgeschützten Betrieb vorfertigen zu können. Der Holzrahmenbau stellt die handwerkliche Variante dar.

Vergleicht man die modernen Konstruktionen des Holzrahmenbaus mit denen des Holztafelbaus, so stellt man fest, dass sich die beiden Bauweisen kaum unterscheiden, allenfalls im Grad der Vorfertigung und der individuellen Gestaltung.

Konstruktion und Tragwerk

Ständer und Beplankung bilden zusammen ein System, das ein Mehrfaches der Tragfähigkeit gegenüber den Einzeltragfähigkeiten besitzt. Die Beplankung verhindert das seitliche Ausknicken oder Kippen der Ständer. Durch die Rippen wiederum wird die Beplankungen gegen Beulen gesichert. Der Einfachheit halber und auf der sicheren Seite liegend werden die Tafeln meist nicht als Verbundquerschnitt gerechnet, obwohl darin ein gewisses Optimierungspotential steckt.

Bei Wandtafeln wird die Beplankung hauptsächlich für die Knickaussteifung der Rippen um die schwache Achse und für die Streben-Zugkraft bei horizontaler Beanspruchung in Rechnung gestellt. Ein Stabilitätsnachweis für die Lastkombination aus Vertikal- und Horizontallast wird nur unter Berücksichtigung des Rippenquerschnitts geführt.

Bei Decken- und Dachtafeln wird eine Überlagerung der Platten- und Scheibenbeanspruchung rechnerisch nicht durchgeführt. Zur Gewährleistung des Rechenmodells wird allerdings die Verformung aus Plattenwirkung härter beschränkt, wenn für die Tafel gleichzeitig eine Scheibenwirkung im Gesamttragwerk nötig ist.

Das Rastermass für die senkrechten Rippen ergibt sich werkstoffseitig aus den Standardabmessungen der Holzwerkstoffplatten.

Die Beplankungen werden mit den Rippen durch mechanische Verbindungsmittel (meist Nägel, auch Klammern und Schrauben) oder durch Leimung verbunden.

Der Vorteil der Holzrahmen- und Tafelbauweise ist, dass die Dämmung direkt in die Zwischenräume von Platte, Rippen und Schwelle eingefügt werden kann. Dies reduziert die erforderlichen Wandabmessungen und vergrössert folglich die nutzbare Wohnfläche bzw. minimiert die bebaute Fläche.

Das Wärmeschutz-Niveau der Aussenwände kann beliebig bis hin zu passivhaustauglichen Hüllen gewählt werden. Die heute üblichen Wandkonstruktionen gewähren bereits ohne relevanten Mehraufwand Niedrigenergie-Niveau. Zur Erfüllung der Schall- und Brandschutzanforderungen stehen eine Vielzahl geprüfter Dach-, Wand- und Deckenaufbauten zur Verfügung.

 

Foto: www.haveloh.de

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